Am 3. Oktober 2010 ging nach 164 Tagen die bayrische Landesgartenschau (LGS) in der Kreisstadt Rosenheim zu Ende. Am 23. April 2010 war die LGS in der oberbayrischen Stadt eröffnet worden. Im Rückblick wird sie von den 61.000 Einwohnern Rosenheims und den Besuchern als großer Erfolg eingestuft.
Schon bei den Vorbereitungen für die LGS und auch bei der Veranstaltung selbst haben die Rosenheimer eng mit ihren Nachbargemeinden zusammengearbeitet, was das Gemeinschaftsgefühl nachhaltig gestärkt hatte. Die LGS selbst hat der ohnehin schon attraktiven Kreisstadt ein Parkgelände direkt am Wasser beschert und den touristischen Aktivitäten in der gesamten Region neuen Auftrieb verschafft. Die LGS in Rosenheim präsentierte auf einem Rundweg mit einer Länge von vier Kilometern nicht nur das Gartengelände, sondern auch die malerische Altstadt. Das Konzept der LGS, die eine Stadt am Wasser zeigen wollte, zog über eine Million Besucher an. Diese konnten nicht nur den Rundweg, sondern auch noch rund fünf Kilometer Wege an den Ufern von Inn und Mangfall genießen. Bachgärten luden hierbei zum Verweilen ein und die Gäste könnten die über 20.000 Stauden bewundern, die im Zuge der Veranstaltung gesetzt worden waren. Ein besonders Erlebnis war auch der Blütenfluss, der auf eine Länge von 1500 Metern durch seine wechselnde Art der Bepflanzung immer wieder zum Sehen und Staunen verleitete. Die Gärtner haben bei der bayrischen LGS 2010 ganze Arbeit geleistet und die 90.000 Frühjahrsblumen und 198.000 Blumenzwiebeln im Sommer noch einmal um 50.000 Pflanzen ergänzt, sodass die blühende Pracht die Besucher bis zum Ende der Veranstaltung erfreuen konnte. Ein ganz besonderer Höhepunkt der LGS war die Blumenhalle. Hier fanden insgesamt 14 verschiedene Events statt, in denen Gärtner und Floristen sowie Garten- und Landschaftsbauer ihre Kunst demonstrierten. Die "Rosenschau", die "Blütenkränze" oder die "Farbräume" waren nur einige der faszinierenden Blumenschauen, die den Gästen geboten wurden. Die Blumenhalle wurde damit zum eindeutigen Favoriten der LGS in Rosenheim. Aber nicht nur floristische Attraktionen zogen die Gäste an. Insgesamt 3693 Veranstaltungen von Theatern und Kabarett bis hin zu Konzerten sowie sportlichen Wettkämpfen und Vorführungen ließen bei den Besuchern keine Langeweile aufkommen. Hierbei waren die Veranstalter auch nicht durch das sehr nasse Wetter zu beeindrucken, das der LGS an fast der Hälfte der Veranstaltungstage Regen bescherte. Nur wenige Veranstaltungen fielen wegen des Wetters in Wasser. Stattdessen wurden professionell und schnell Umplanungen vorgenommen und ein Teil der Aufführungen wurden wiederholt. Mehr als 100.000 Gäste ließen sich diese Programmpunkte nicht entgehen.
So wurde die LGS in Rosenheim 2010 von der Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer als voller Erfolge bewertet, der trotz der widrigen Witterungsbedingungen ein echtes Sommermärchen gewesen sei. Das Konzept der LGS hat zum ersten Mal seit nunmehr zehn Jahren wieder dazu geführt, dass die Anzahl der Besucher oberhalb einer Million Menschen lag, die sich auch von den nicht unerheblichen Regenmengen von ihrem Besuch hatten abschrecken lassen. Die Chefin der LGS, Dagmar Voß, stimmte daher den lobenden Worten der Oberbürgermeisterin zu und stellte fest, dass selbst sie von dem großartigen Erfolg überrascht gewesen sei. Ganz besonderen Respekt zollte Dagmar Voß den 50 Betrieben aus dem Bereich des Gartenbaus, die mit ihrer Arbeit in erheblichem und maßgeblichem Anteil zum Gelingen der LGS beigetragen hatten.
Auch die Deutsche Bahn war mit dem Verlauf der LGS zufrieden. Etwa zehn Prozent der Besucher waren mit der Bahn angereist, wozu sicher auch synergetische Effekte aus der Kombination einer Eintrittskarte für die Gartenschau mit einem Fahrschein für die Bahn ihren Anteil hatten. Nutzer der Bahn, die sich zur Anreise eines Bayern-Tickets bedienten, konnten außerdem von einem verbilligten Eintrittspreis profitieren. Die Besucher, die mit dem Auto nach Rosenheim kamen, nutzten die angebotenen Shuttlebusse an den Park & Ride Plätzen gut aus. Außerdem wurde für den Verkehr in der Stadt und den letzten Teil der Anreise sehr gerne und häufig das Fahrrad benutzt, was im bayrischen Rosenheim schon fast zu holländischen Verhältnissen führte.
Oberbürgermeisterin Voß hatte vor Beginn der Veranstaltung gewettet, dass sie die LGS mindestens einhundert Mal besuchen würde. Nach Abschluss der Veranstaltung ist zu konstatieren, dass es ihr ohne erkennbare Mühe gelungen ist, die Wette zu gewinnen. Neben der Teilnahme an einer Vielzahl von Veranstaltungen in ihrer offiziellen Funktion als Oberhaupt der Stadt Rosenheim besuchte sie die LGS auch im privaten Rahmen immer wieder gerne.
Insgesamt ist für die Landesgartenschau 2010 in Rosenheim damit eine sehr positive Bilanz zu ziehen. Die Gartenschau kam bei den Einwohnern und bei den Touristen sehr gut an und die Besucherzahlen erreichten trotz des schlechten Wetters ein sehr hohes Niveau. Für Rosenheim bleibt ein ansehnliches Veranstaltungsgelände erhalten, dass die Attraktivität der Stadt nochmals angehoben hat.
Weitere Informationen zu Landesgartenschau finden Sie auch auf Wikipedia unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Landesgartenschau 